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Der Betrug von Medikamenten über 17-Millionen-Euro

Whistleblowing case study

In der Mitte der 2010er Jahre wuchs ein Apothekenunternehmen in einem europäischen Land so schnell, dass Mitglieder der Buchhaltungsabteilung später zugaben, dass sie überfordert waren. Während die Mitarbeiterzahl stieg, erreichte auch der Umsatz beachtliche 50.000.000 Euro. 

Inmitten des Chaos dieses plötzlichen Wachstums schlich sich Fehlverhalten ein - und es geschah in einem gigantischen Ausmaß. Es handelte sich nicht nur um korrupte Gelder, sondern buchstäblich um eine Frage von Leben und Tod. Dies ist ein anonymisierter Bericht einer wahren Geschichte. 

Was ist passiert?

Einer der Apotheker, der Unternehmenseigentümer, war das Aushängeschild des Geschäfts, das enorme Geldsummen einbrachte. Aber er handelte auch illegal. 

Zwei Mitarbeiter hatten unabhängig voneinander schon lange Bedenken wegen seiner Methoden. Der Geschäftsführer und ein pharmazeutisch-technischer Assistent nahmen sich beide Zeit, eigene Untersuchungen durchzuführen und den wahren Grund für den Erfolg des Unternehmens aufzudecken. 

Nach dem sie zahlreiche Quittungen, Rechnungen und Rezepte inspiziert hatten, bestätigten sich ihre Vermutungen. Der Apotheker hatte über mehrere Jahre hinweg Behandlungen verfälscht. Er hatte abgelaufene Medikamente umklassifiziert und Dosen verdünnt, was sich in mindestens 60.000 Fällen herausstellte. 

Nicht nur gefährdete er das Leben seiner Patienten, wobei erwartet wird, dass etwa 4.000 Personen aufgrund des Schemas Schaden erlitten haben, sondern er betrog auch Krankenkassen. Durch das Abrechnen der vollen Dosis, hatte er den Firmen 17 Millionen Euro zu viel berechnet. Dies ist eine Schätzung, als der Fall vor Gericht kam.

Externe Meldung  

Die Hinweisgeber waren sich einig, dass eine interne Meldung dazu führen könnte, dass der Apotheker wichtige Beweise vernichtet und Vergeltungsmaßnahmen gegen sie ergreift. Einer reichte deshalb eine Strafanzeige ein, und die Polizei befragte ihn und andere Mitarbeiter. Dies schloss den anderen Hinweisgeber ein, der in der Lage war, eine Probe eines in der Apotheke verabreichten Rezepts bereitzustellen, das sich bei der Untersuchung als nichts weiter als eine Kochsalzlösung und nicht als das behauptete lebensrettende Medikament herausstellte. 

Der Apotheker wurde nach einer Durchsuchung der Räumlichkeiten festgenommen und schließlich zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt.

Vergeltungsmaßnahmen des Arbeitgebers


Obwohl die Hinweisgeber dafür verantwortlich waren, betrügerische und gefährliche Aktivitäten zu stoppen, kündigte ihr Arbeitgeber ihnen fristlos. Der Apotheker hatte ihre Identitäten erfahren, als er Zugang zu den Verteidigungsakten erhielt, und rächte sich an den Beiden für ihre Rolle bei seiner Verhaftung. 

Es dauerte vier Jahre, bis der Geschäftsführer eine Entschädigung für die Vergeltungsmaßnahmen erhielt, während dieser Zeit hatte er Schwierigkeiten, Arbeit zu finden als Folge seiner Aktionen.

Was wäre unter der EU-Hinweisgeberschutz-Richtlinie geschehen? 

Unter der EU-Hinweisgeberschutz-Richtlinie, die ihren Geltungsbereich nun auf Unternehmen mit 50 bis 249 Mitarbeitern ausgeweitet hat, wäre die betreffende Apotheke verpflichtet gewesen, ein vertrauliches internes Meldesystem für Hinweisgeber bereitzustellen. Jede Meldung wäre von einer unabhängigen, unparteiischen Person oder Abteilung untersucht worden, mit einer Nachbereitung für die meldende Person innerhalb von drei Monaten. 

Dies hätte den meldenden Personen das Vertrauen gegeben, intern zu berichten, da ihre Meldung von dem Untersuchungsleiter fair behandelt worden wäre. 

Darüber hinaus hätte die nationale zuständige Behörde des Landes eine erhebliche Sanktion gegen das Unternehmen verhängen können, weil es versäumt hatte, Vergeltungsmaßnahmen gegen das Paar zu verhindern.   

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Warum Sie eine “speak-up“ Kultur fördern sollten 

Wenn ein Unternehmen eine “speak-up“ Kultur befürwortet, ermutigt und stärkt es die Mitarbeiter, Probleme innerhalb der Firma zu melden. Dies ermöglicht es den Unternehmen, Fehlverhalten anzugehen, bevor es endemisch wird. 

Unternehmen sollten Hinweisgeber begrüßen, nicht fürchten. 

Indem Sie Fehlverhalten innerhalb des Unternehmens untersuchen, übernehmen Sie die Kontrolle. Sie eliminieren die Probleme, bevor sie unüberwindbar werden, und Sie bestimmen, wie Informationen offengelegt werden sollen. Selbst wenn jemand anders Ihre Probleme aufdeckt, ist es beruhigend für die Öffentlichkeit zuzugeben, dass es ein Problem gegeben hat, aber dass Sie schnell gehandelt haben. 

Die Lösung besteht darin, eine Strategie zu Meldungen von Hinweisgebern zu erstellen 

Stellen Sie sicher, dass es für die meldenden Personen so einfach wie möglich ist, ihre Meldung vertraulich einzureichen. Damit ermutigen Sie alle Mitarbeiter, aufzustehen und jedes Fehlverhalten innerhalb des Unternehmens aufzudecken. 

Die Nutzung eines Online-Hinweisgebersystems wie IntegrityLog ist bei weitem der einfachste Ansatz. Es ermöglicht vertrauliches und, wo zutreffend, anonymes Melden im Einklang mit der DSGVO. Für das Untersuchungsteam gibt es ein leicht lesbares Dashboard von Fällen, mit wichtigen Informationen über Fristen für Bestätigungen und Nachbereitungen, die deutlich angezeigt werden. 

Eine Kultur zu pflegen, die das Melden von Fehlverhalten fördert, und diese mit einer robusten Strategie zu unterstützen, zahlt sich für jedes Unternehmen aus. 

Fordern Sie heute eine kostenlose Demo von IntegrityLog an. 

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